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Dogwalker in New York
Foto 1: Dogwalker in New York

Die Suche nach der Berufsbeschreibung eines dogwalker in einer Großstadt lässt bei den Meisten wahrscheinlich genau obiges Bild vor dem inneren Auge erscheinen. Es sind diese nahezu ikonischen Bilder die sich uns den typischen Tag im Leben eines professionellen Hunde-Ausführers vorstellen lassen.

Ein Knäuel Hunde schart sich um eine Dame oder einen Herrn, umringt von einem Leinen-Sammelsurium – teils auf zwei Hände verteilt, manchmal auch lässig um die Hüfte geknotet. Der Gedanke ´Da muss man schon ein gutes Nervenkostüm haben`, darf sich bei diesem Anblick ruhig einschleichen.

Längst ist der Gassi-Gänger in Großstädten wie New York oder Berlin ein anerkannter und vielgesehener Beruf. Warum – einfach weil der Bedarf da ist und viele weder auf einen Hundeausführer verzichten können noch wollen.  Nicht verwunderlich, bei einer Hunde-Einwohnerzahl in Deutschland von ca. 9,2 Millionen.Wahrscheinlich ist die Zahl durch Schätzungsfehler noch etwas höher, denn nicht alle Hunde sind bei den Gemeinden angemeldet.

Bei den registrierten Hunden ist übrigens die Stadt Herne einsame Spitze im Verhältnis von Einwohnern zu Fläche. Mit ca. 136 Hunden pro Quadratkilometer darf sich der Ort im Zentrum des Ruhrgebietes seit 2007 inoffiziell mit dem Titel „Hunde-Hauptstadt Deutschlands“ schmücken

Sind nun die Hundebesitzer berufstätig oder erkrankt, kommt die Hundebetreuung ins Spiel. Teils besteht auch nicht die Möglichkeit, den Vierbeiner mit in den Urlaub zu nehmen. Wohl dem, der dann seinen Liebling bei einer ihm bekannten Person in familiärer Umgebung, untergebracht weiß

Zur Historie des Dogwalker

Folgt man ein wenig den Ursprüngen der Hundebetreuung als Dienstleistung, trifft man schnell auf eine tiefe Verwurzelung mit der Stadt New York. Sie ist sozusagen die Geburtsstätte des Gassi-Gängers. Einem Namen entgeht man in diesem Zusammenhang kaum: James Augustine Farrell Buck, genannt Jim (28 November 1931 – 4 Juli 2013).

Die Wirtschaft in den USA florierte in den 60ern. Dementsprechend hoch war die Beschäftigungsrate, ebenso die Zahl der Hundebesitzer. Was dazu führte, dass die Vierbeiner nach einer ´Lösung` suchten, während Frauchen oder Herrchen ihrem Beruf oder anderen Verpflichtungen nachgingen. Als die “Jim Buck’s School for Dogs” zu Beginn der sechziger Jahre gegründet wurde, war es die erste ihrer Art in der Stadt. Anfänglich mit zumeist wohlhabendem Klientel der Upper East Side welches Jims Dienste in Anspruch nahm – Politiker, Prominente und Finanziers.

Zwei Hunde vor einer Hundehütte mit Knochen
Foto 2: Zwei Hunde vor einer Hundehütte

Jim erkannte offenbar den Wandel der Zeit und die Hunden neu zugewiesene Rolle im sozialen Geflecht: Vom Tier das über Hof und Eigentum wachte, draußen in der Hütte schlief und dann und wann mal einen Knochen zugeworfen bekam, entwickelten sich die Vierbeiner immer mehr zu fest eingebundenen Familienmitgliedern

So begann das neue Geschäftsmodell des stets sehr elegant gekleideten Jim zu florieren und war später längst nicht mehr nur den Gutsituierten vorbehalten.  Er verdiente mehr als in seinem Job als Elektriker, musste sich allerdings alle zwei Wochen neue Schuhe kaufen, weil die Sohle abgelaufen war.

In den vierzig Jahren in denen er Lupus´ Nachfolgern Ausgang- und ihren Besitzern Freiraum verschaffte, waren 24 Angestellte damit beschäftigt, mit bis zu 150 Hunden am Tag zu spazieren.

Mr. Buck starb 2013, längst in wohlverdientem Ruhestand.  “Jim Buck’s School for Dogs” gab es zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr. Einige seiner vormals Angestellten tragen sein Erbe als professional dogwalker weiter.

Fotoquellen:

Foto 1: Dogwalker | by susanjanegolding | Flickr                                                                                                      

Foto 2: Doubtful Crumbs. Nach Sir Edwin Henry Landseer (London 1802–1873). Mezzotinto https://tinyurl.com/ybwaamr3